Mythen der Diktaturen

Kunde
Landesmuseum Schloss Tirol / Museo Provinciale Castel Tirolo (IT)
Projekt
Kunstausstellung "MYTHEN DER DIKTATUREN – Kunst in Faschismus und Nationalsozialismus"
Jahr
Apr. 2019
Services

Die Ausstellung auf Schloss Tirol zerpflückt die Mythen des deut- schen und des italienischen Faschismus. Hitlers und Mussolinis Unrechtsherrschaft wurde ganz maßgeblich von Künstlern und Künstlerinnen mit Bildern und Narrativen bedient. Auch in Südtirol, in Tirol und im Trentino. Einige wenige stemmten sich dagegen, und ihre Werke wurden als „entartet“ verfemt.

Die Schau „Mythen der Diktaturen“ ist eine Wende für die regionale Kunst- und Kulturgeschichte. Viele ihrer Kapitel müssen neu geschrieben werden.

Der Idee folgend, dass diese - meist vom Regime beauftragten - „Kunst- werke“ nach dem Zweiten Weltkrieg der Öffentlichkeit vorenthalten wur- den, schien uns jene Präsentationsform angepasst, die dem Charakter eines Depot ähnlich wäre. Nicht fein säuberlich ausgeleuchtete und in Achse gehängte Exponate, sondern gestreutes kaltes Neonlicht, betonfarbene zerkratzte Wände, Gitterauszüge zur archivarischen Bilderhängung ergeben ein magazinartiges Ambiente.

Die beiden Präsentationsebenen werden inhaltlich vertauscht. Am vorgelagerten Gitterauszug hängen nun die „wichtigeren“ Erläuterungs- texte, hinter dem Stahlgitter werden die Bilder in „zufälliger“ Gruppen-Hängung präsentiert. Um die Exponate zu betrachten muss man durch die Schiebegitter gucken, die zum Teil von den Schatten der Texttafeln verdunkelt sind. Gewichtiger ist nun die „Information darüber“, die „Auftragskunst“ hat ihre Funktion verloren! Von den 12 Themen ist nur das vorletzte, jenes über die „Entartete Kunst“, in wiedergutmachender Präsentationsform, also im musealen Kontext gestellt.
 

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