Die Bayerische Landesausstellung erzählt das Entstehen der Städte im Hohen Mittelalter Bayerns. Innerhalb von 100 Jahren, zw. 1200 und 1300, gründeten die Wittelsbacher flächen- deckend eine Städtelandschaft, die noch heute prägend ist. Die beiden Städte Aichach und Friedberg, in der Nähe Augsburgs, gehören auch zu diesen Gründerstädten.
Die Auslegung an zwei komplett divergenten Austragungsorten, in Friedberg die historischen Säle des renovierten herzöglichen Schlosses, in Aichach die multifunktionale Halle der Feuerwache aus den 60er-Jahren, forderte grundverschiedene Vermittlungsansätze. Während im Schloss die wertvollen Exponate in musealer Form präsentiert wurden, galt es dasselbe Thema in Aichach multimedial und familienfreundlich zu inszenieren.
In Friedberg geht die Grundidee vom Begriff „Expansion“ aus. So wie Städte in die Breite, vor allem aber in die Höhe wuchsen, so verändert sich die Ausstellungsarchitektur im Verlauf des Parcours. In den ersten Räumen bleiben die Einrichtungselemente auffallend niedrig. Im ohnehin in die Höhe strebenden Festsaal, welcher von den bereits ausgebauten Städten des späten Mittelalters mit ihren Mauern, Türmen und Pfarrkirchen erzählt, ist die Skyline der Möbel voll ausgebildet, bereits zwei, gegen Ende hin, bis über drei Meter hoch. Dadurch entstehen immer wieder verblüffende Durchblicke, in denen jeder Besucher ein eigenes Bezugssystem entdecken kann. Brettverschläge erinnern an Bauzäune, gerasterte Oberflächen auf Podesten an erste Parzellierungsbestrebungen der Städte. Raum-in-Raum–Volumen evozieren Stadtviertel, die sich um den zentralen Marktplatz mit seinen Seitengassen gruppieren. Betonoberflächen unterstreichen zudem den neuen Baustoff Stein, der nun überall die Holzbauweise ersetzt.