Die Bayerische Landesausstellung erzählt das Entstehen der Städte im Hohen Mittelalter Bayerns. Innerhalb von 100 Jahren, zw. 1200 und 1300, gründeten die Wittelsbacher flächen- deckend eine Städtelandschaft, die noch heute prägend ist. Die beiden Städte Aichach und Friedberg, in der Nähe Augsburgs, gehören auch zu diesen Gründerstädten.
Die Auslegung an zwei komplett divergenten Austragungsorten, in Friedberg die historischen Säle des renovierten herzöglichen Schlosses, in Aichach die multifunktionale Halle der Feuerwache aus den 60er-Jahren, forderte grundverschiedene Vermittlungsansätze. Während im Schloss die wertvollen Exponate in musealer Form präsentiert wurden, galt es dasselbe Thema in Aichach multimedial und familienfreundlich zu inszenieren.
In Aichach präsentiert sich die Stadt als dynamische Entwicklung, in steter Veränderung begriffen. Jeder der sechs Säle bietet einen Wechsel an medialer und analoger Vermittlungstechnik mit immer neuen Raumeindrücken; als multimediales Filmerlebnis auf zwei Ebenen zur Geschichte altbayerischen Städte, als animierter Tagesablauf durch die idealtypische Stadt Siena, als virtueller Themenflug in 3D-Aufnahmen durch München anhand des berühmten Holzmodells von 1570, als „Architekturwerkstatt“ durch die Planstädte der Renaissance bis hin zu den Utopien der „Globalopolis“, um schließlich im letzten Saal nach Aichach zurückzukehren, mit einem 3D-Stadtmodell in Überprojektion und einer Fotoserie um 1914. Dem FeuerwehrHaus wurde ein Landmark vorangestellt, welches die mittelalterlichen Städte prägendes architektonisches Element, die Stadtmauer, mit seinen vielen Türmen und Dachgiebeln, als abstrakte zeitgenössische Verkleidung der Fassade und des Schlauchturmes repräsentiert.