Kunde: Gemeinde Schlanders (I)

Projekt: "Menhire – Steinerne Zeugen aus der Kupferzeit" Schlandersburg, Schlanders (BZ)

März 2017

SERVICES
concept & art direction, graphic design, multimedia-tablets, scenography, illumination, logo

FACTS
size: 110 m2
project time: 24 months
realisation: 4 month
objects: 10

opening: march 2017


TEAM

Amt für Bodendenkmäler Bozen, Catrin Marzoli, Hubert Steiner

Annaluisa Pedrotti, Dipartimento di Filosofia, Storia e Beni Culturali Università degli Studi di Trento

 

PR-TEXT © Christian Rainer

Massiv, monumental, geheimnisvoll: Menhire in der Schlandersburg

Gewaltige Steine mit menschlichen Zügen: Das sind Menhire, die unsere Vorfahren in der Kupferzeit geschaffen haben. Warum sie das getan haben, wen die Bildsteine darstellen, welche rituelle Bedeutung sie hatten – all diese Fragen gehören zur spannenden Geschichte der Menhire, die ab 17. März 2017 in der Schlandersburg erzählt wird.

Vor rund 5000 Jahren haben Menschen Werkzeuge zur Hand genommen, um erstmals enorme Bildsteine zu schaffen. Diese Steine weisen menschliche Züge auf und werden daher als anthropomorph, als menschenähnlich bezeichnet. Bemerkenswert ist, dass sie kein regional begrenztes Phänomen sind, sondern zeitgleich in ganz Europa aufgetaucht sind – und seither für Faszination sorgen.

Geheimnissen auf der Spur

Dass die Menhire uns heute derart in ihren Bann ziehen, hat wohl auch damit zu tun, dass es rund um sie zahlreiche Geheimnisse gibt. Ihnen sind seit Jahrzehnten Archäologen auf der Spur, die anhand von Ausgrabungen, Funden, Vergleichen und Interpretationen versuchen, die zentralen Fragen rund um die Steinstelen zu beantworten: Warum wurden sie angefertigt und von wem? Wen stellen sie dar? Welches Geschlecht haben sie? Wo wurden sie aufgestellt? Und was geschah in ihrem Schatten?

20 Menhire in einer Ausstellung

All diesen Fragen geht die Menhir-Ausstellung auf der Schlandersburg nach, die sich auf die Bildsteine der so genannten Etschtal-Gruppe konzentriert, auf jene Stelen also, die in Südtirol und im Trentino entdeckt worden sind. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die beiden Menhire aus Vetzan in der Gemeinde Schlanders, von denen einer – der männliche – mit einer Höhe von fast vier Metern zu den größten im Alpenraum entdeckten Exemplaren gehört. Sie können im Original bestaunt werden, während 18 weitere in Südtirol und im Trentino gefundene Menhire als abstrahierte Bildstelen aus Metall zu sehen sein werden.

Zeugen einer bewegten Zeit

Alle gemeinsam öffnen sie ein Fenster in die Kupferzeit, in das Leben unserer Vorfahren, über das die Ausstellung – einzigartig in dieser umfassenden Art und Weise – informiert. Sie deckt die Bedeutung der Steinstelen auf, zeigt, wie man männliche und weibliche Menhire unterscheidet, erläutert, wie man die Steine datiert, und wen sie darstellen. Nicht zuletzt wird in der Ausstellung klar, welche Bedeutung die Menhire in einer sich im Umbruch befindlichen Gesellschaft hatten.