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Kunde: Gemeinde Steinhaus/Ahrntal

Projekt: Göge – Schaufeln für die Götter, Steinhaus/Ahrntal

2015

© Paul S. Feichter

„Schaufeln für die Götter –  ein Brandopferplatz der Eisenzeit im Hochmoor“

 Die Entdeckung von vorgeschichtlichen Holzschaufeln und -kellen auf der Schöllberg-Göge in Weißenbach auf 2.197 m Höhe ist eine Sensation. Die Objekte wurden für eine einmalige Nutzung im Rahmen eines Brandopfers hergestellt und anschließend im Moor versenkt.

Seit Oktober 2015 werden die „Schaufeln für die Götter“ in einem eigens dafür konzipierten Schauraum im Pfisterhaus in Steinhaus präsentiert. Der Eintritt ist frei.

 

Einzigartige Funde aus dem Moor

Der Senner Josef Außerhofer entdeckte vor Jahren in einem Moorfeld auf der Schöllberg-Göge in Weißenbach mehrere Holzschaufeln. Die wissenschaftliche und kulturgeschichtliche Bedeutung dieser Funde zeigte sich durch eine systematische archäologische Untersuchung in den Jahren 2008 und 2009: Insgesamt konnten rund 150 Schaufeln und Kellen geborgen werden, die aus der Zeit zwischen 900 und 500 v. Chr. stammen. Damals trieben die im Tal ansässigen Bauern im Frühsommer ihr Vieh auf die Hochweiden. Auf der Kuppe inmitten des Moorfeldes auf der Gögealm feierten sie alljährlich ein Brandopfer, um sich das Wohlwollen der Gottheiten zu sichern. Anschließend wurden die Holzschaufeln stets an derselben Stelle im Moor deponiert – und den Göttern auf ewig geweiht.

Der Fund von der Gögealm ist im Pfisterhaus ausgestellt. Die Bergung, Konservierung, Datierung und die wissenschaftlichen Analysen werden anschaulich dokumentiert. Weitere Exponate erzählen die Geschichte des Ahrntales vom Ende der letzten Eiszeit bis zu den Römern.

 

 

SERVICES

exhibition concept and -design
site management

graphic design

logo


COORDINATION & ART DIRECTION
furniture
art handling
print

illumination

 

FACTS
size: 70 m2
project time: 9 months
realisation: 3 months
objects: 30+30
opening: autumn 2015


TEAM
Ufficio Beni Archeologici, Hubert Steiner

P. S. Feichter (basket installation)


CLIENT
Municipality Steinhaus/Ahrntal (I)

 

 

interview mit gruppe gut geschäftsführer uli prugger, 28.10.'15
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dank an die gemeinde, dank an das amt für bodendenkmäler für das geschenkte vertrauen, dank an alle hiesigen handwerker für die angenehme art und weise ein nicht alltägliches projekt durchgeführt zu haben.

für uns von der gruppe gut ist es immer eine ehre unser wissen und unsere erfahrung im dienste der allgemeinheit stellen zu dürfen.
unser interesse gilt seit jeher - ja, bereits seit der Jugend - der vorgeschichte, wie auch der kulturvermittlung, die wir über ausstellungsgestaltungen transportieren.

der reiz hier an diesem ort, wo wir bereits gegenüber an der gestaltung des bergbaumuseums vor 15 jahren unser grafisches wissen einbringen konnten, nun einen eigens für diesen fund zur verfügung gestellten raum bespielen zu können, war groß.
und wie jedes projekt, welches besondere charakteristiken aufweist, war es eine interessante herausforderung.

als wichtig erschien uns die einzigartigkeit des fundkomplexes nicht mit allgemeinen informationen zu verwässern; es sollte alles auf die konzentration und fokussierung des weihedepots hinzielen.also gingen wir von einer zentralen präsentation der holzschaufeln aus, daraus ergab sich gleichzeitig die optische überschneidung mit der historischen deponierung der objekte selbst, die "kultische anhäufung" sollte erkennbar sein.


um diese "deposition" auch erkennbar zu machen, entscheiden wir uns für eine etwas unübliche präsentationsform, wir legten die schaufeln sozusagen wieder in den wassertümpel, also in eine rund-vitrine auf bodenniveau. zur genaueren betrachtung der schaufeln ist ein hinknien, ein sich beugen, eine körperliche, fast schon "sakrale" geste, notwendig. dadurch war der weg frei für eine eher "künstlerische" als wissenschaftliche präsentationsform des themas.

untermauert wird diese runde bodenvitrine von einer zylindrischen abhängung, einer raumskulptur, dessen vorzüglichste interpretation und umsetzung ihnen gleich der künstler paul s. feichter erklären wird.


noch kurz:
die wissenschaftliche aufbereitung über text und bild erfolgt an der rückwand über "landschafts"-panele, welche die besonderheiten der hochalpinen gebirgslandschaft wiedergeben; rinnsäle, schotterkare, bizarrer horizont, lichtkegel.

die beleuchtung ist nicht eine simple "anleuchtung" der panele, sondern dient - wie das farbspektrum der gedruckten großformatigen fotos auch - als szenografische untermalung der geomorphologischen situation.

vom simulierten moortümpel, über die aufsteigende rauchsäule eines kultischen feuers, bis hin zu den umrahmenden bergsilhuetten der göge-alm, das sind also die 3 gestaltungselemente die das thema "schaufeln für die götter" in abstrakter weise begleiten und stützen.

zudem
um diesen besonderen fund nicht alleine da stehen zu lassen, wurde als informative begleitung auch eine "chronologie-vitrine" eingerichtet. diese ist in vorgeschichtliche perioden unterteilt, textinfos und funde sind darin zeitlich klar getrennt. es ist auch noch platz für …hoffentlich weitere interessante funde.

zum material:
bewußt haben wir das minimale, das schier nur notwendigste unserer alpinen kultur auch in der materialwahl gesucht; es kamen nur stahl und glas zum einsatz. kein edelholz, kein multimedialer snickschnack!

kurz noch zum logo:
eigentlich erzählt es sich ja von selbst. "GÖGE" ein werbetechnisch ideales wort; einfach, leicht erinnerbar, 4 rundliche buchstaben, …4 schaufelformen mit ihren haltegriffen gezielt platziert, ergeben das wort GÖGE. urige einfachheit.

offen für die zukunft:
platz fürs "dazutun", nicht nur für hoffentlich neue funde, auch für vertiefende tablet-informationen, für kurzfilm-bildschirme, für schulische aktivitäten,… ist platz frei gelassen worden, sodass in zukunft dieser kultur-raum sich ergänzen, sich weiter entwickeln kann.   
                                    …unser glückwunsch!
dank."

© Thomas Innerbichler