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Kunde: Backaldrin Österreich – The Kornspitz Company GmbH (A)

Projekt: PANEUM – Wunderkammer des Brotes, Asten (A)

Oktober 2017

© Rendering Coop Himmelb(l)au
Foto © Lukas Dostal

SERVICE

exhibition concept & -design

 

TEAM

Architecture: Coop-Himmelb(l)au

 

 

CONCEPT

 

Vom Kneten zum Staunen

Am Anfang war der Teig. Was fürs Brot gilt, gilt für die Präsentation der kunsthistorischen Sammlung im PANEUM genauso. Deren Ausgangspunkt war die Sammlung selbst als „Teig“, der so lange bearbeitet, geknetet und gewendet wurde, bis eine einzigartige Kunst-Mischung daraus entstand.
Aus dem Teigkneten als Grundidee leitet sich das Ausstellungskonzept ab. Genauso wie der Teig keine klar definierte Form hat, sich je nach Zutaten ändert und im Herstellungsprozess wandelt, sollte sich auch die Ausstellungsidee über eine amorphe Form entwickeln. Anstelle einer chronologisch oder geographisch orientierten Präsentation, setzte man auf eine offene, dehnbare Darstellung der Themen und damit auch auf eine offene, dehnbare Rezeption. Durch diese zusätzlichen Zutaten bekam die Ausstellung eine ganz neue Wendung: sie wurde zum Mix aus Entdeckung und Information, aus Staunen und berufsbezogener Wissensvermittlung.
Der Sprung zu einem klassischen Vorbild war von hier ein kleiner: zur Wunderkammer. Im 16. Jahrhundert in Italien als „cabinetto delle curiosità“ oder „mirabilia“ entstanden, wurden in der Wunderkammer Raritäten, Exotika, Kuriositäten ausgestellt, deren Klammer keine andere als die Person des Sammlers war. Es ging um den Blickwinkel des Sammlers, der Wissenswertes zu den Objekten vermittelt und Geschichten dazu erzählt.
Das PANEUM steht also in der Tradition der klassischen Wunderkammer, die sich einem Gefühl verschrieben hat, das so tief geht, dass es sich in Herz und Hirn einbrennt: dem Staunen. Daher war, ist und bleibt die Wunderkammer ein alle Sinne berührendes Erlebnis.

Vitrinen, Panele und Podeste sind als Solitäre ad hoc für das PANEUM ausgebildet, minimiert auf die wesentlichsten Grundmaterialien: Glas, Eisen, Holz und Licht.Die Vitrinen wachsen aus dem Boden und den geschwungenen Holzwänden als transparente Glaskörper heraus.
Somit verstärken sie das Raumempfinden zu einem beeindruckenden Erlebnis. Die Exponate schweben regelrecht im Raum, wie die Kornmischung im Brotteig.
Die innovative Vitrinenbeleuchtung erlaubt eine größtmögliche Flexibilität der Bestückung.

Foto © Lukas Dostal